Das war schön

Diese Veranstaltungen haben bereits mit großem Erfolg stattgefunden

 

Ein Phantastischer Abend und eine tolle Vorstellung vor begeistertem Publikum mit Cash-N-Go. Musikalisches HIghlight mit witzigen Einlagen. Danke an das Ensemble.


Wir waren live dabei in den Filmstudios des BR in Unterföhring.

17.09.2022
Chris Böttcher

Der Kulturkreis Nordendorf eröffnete seinen Veranstaltungsreigen 2022 mit Chris Böttcher, der mit phänomenaler Dichtkunst, wunderbar vergnüglichen Liedern und Parodieen auf Udo Lindenberg, Peter Maffey, Herbert Grönemeyer und vielen anderen sein Publikum in Stimmung brachte. Am 22. Oktober schließen wir dieses Jahr mit einer fast ausverkauften Darbietung der Wellbrüder ab.

MEITINGEN UND DAS LECHTALMontag, 19.09.2022
Wenn der Nordendorf-Song Premiere feiert
Wie Comedian Chris Boettcher an einem pointenreichen Abend die Herzen des Publikums im Sturm erobert. Ein Liedtext von ihm hat es ins Deutschbuch der 10. Klasse geschafft.

Comedian Chris Boettcher eroberte die Herzen des Publikums in Nordendorf im Sturm.
Foto: Oliver Reiser
VON OLIVER REISER
Nordendorf „Nordendorf – yeah! Nordendorf – wow!“ So lautete der Refrain des „Nordendorf-Somgs“, den Comedian Chris Boettcher extra für seinen Auftritt im Nordendorfer Bürgersaal geschrieben und gleich zu Beginn seines Auftritts performte. Dabei hatte er sich bestens informiert, wusste zum Beispiel, dass zwei Kreisverkehre Großstadtflair verbreiten, die Luxus-Shopping-Mall, der Edeka, die nächsten sechs Wochen geschlossen ist, und der örtliche Starfriseur bei einer Kuppelshow im Fernsehen zu sehen war. Damit hatte er die Herzen des Publikums im Sturm erobert. Es lauschte die nächsten fast zweieinhalb Stunden mit Hochgenuss den Liedern, von denen es eines, nämlich „Zehn Meter geh’n“, sogar ins Deutschbuch der 10. Klassen geschafft hat, und Erzählungen, in denen eine Pointe die nächste jagte.

Comedian Chris Boettcher eroberte die Herzen des Publikums in Nordendorf im Sturm.

Wenn ein Künstler dem Ort, an dem er Auftritt, einen eigenen Song widmet, dann zeugt das von einer gewissen Wertschätzung gegenüber seinem Publikum. Oder spiegelt es die Freude wider, dass der Auftritt nach zweieinhalbjähriger Corona-Zwangspause und drei Verschiebungen nun endlich stattfinden konnte. „Wir haben eine lange Zeit hinter uns, in der wir keine Veranstaltungen machen konnten und durften“, freute sich auch Ingrid Schöniger vom Kulturkreis Nordendorf, dessen viele Helferinnen und Helfer dafür sorgten, dass sich die Besucher und Besucherinnen auch in der Pause bei Prosecco, Salzstangen, Käse-, Leberwurst- und Schmalzbroten wohlfühlten. Der Druck war bei allen groß, endlich wieder gemeinsam Kultur genießen zu können. Dementsprechend viel hatte man sich im familiären Rahmen, in dem fast jeder jeden zu kennen schien, auch vorher und in der Pause zu erzählen. „Die Szene ist derzeit unberechenbar“, meinte Schöniger, „es werden kaum Karten im Vorverkauf gekauft.“ Vielleicht war es deshalb nicht ganz so voll wie sonst im Bürgersaal mit seinen 230 Plätzen. Eine Rolle dürfte aber auch gespielt haben, dass nur wenige Kilometer weiter in Lauterbach (Landkreis Dillingen) der Kabarettist Wolfgang Krebs sein wegen Corona ausgefallenes Gastspiel absolvierte. „Den haben wir schon zweimal gesehen, den Chris Boettcher noch nicht“, verriet ein Ehepaar. Und sie dürften ihre Wahl nicht bereut haben.

Der aus Ingolstadt stammende Hörfunkmoderator (u. a. Antenne Bayern, Bayerischer Rundfunk) erzeugte mit seinem Programm „Immer dieser Druck“ unentwegt Druck auf die Lachmuskeln. Nicht einmal der Ausfall des Funkmikrofons zu Beginn seiner Show konnte den 58-Jährigen aus der Ruhe bringen. Ob stehend oder am Keyboard plauderte und sang er über Gott und die Welt, lästere topaktuell über die Bayern-Niederlage beim FC Augsburg und präsentierte die größten Oktoberfest-Hits im brandneuen Corona-Outfit. Statt „Viva Colonia“ heißt es da „Viva Coronia“. Doch Boettcher ist nicht nur ein Blödler. Auch die Politik bekam ihr Fett ab: „Gegen Olaf Scholz war Angela Merkel ein Feuerwerk der Emotionen“, meinte er, bevor er das Lied über die Träume der Ex-Kanzlerin anstimmte, in dem sie Boris Johnson die Perücke klauen und Emmanuel Macron in den Hintern zwicken wollte.

Köstlich auch seine Parodien. Beliebteste Ziele des Spötters waren Herbert Grönemeyer mit seiner „fortgeschrittenen Poesie-Tourette“, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Andreas Gabalier, dessen „Hulapalu“ er „die höchste Stufe der inhaltlichen Sinnlosigkeit“ attestierte, oder Rapper Capital Bra, „der redet wie Hubert Aiwanger auf Ecstasy“.

Nachdem Chris Boettcher das Auditorium musikalisch ausgefragt und die Vorzüge verschiedener Duschgels angepriesen hatte, wurde noch kräftig mitgesungen, denn selbstverständlich durften seine Hits „In der Pubertät“ und „Zehn Meter geh’n“ nicht fehlen. Verabschiedet wurden die Zuschauenden mit einem neuen Lied „Auf’m Weg“, das er im Januar zusammen mit einer Bigband im Gögginger Kurhaus präsentieren wird. Seine Empfehlung: „Kauft Karten! Kultur muss leben!“ Nordendorf war wieder einmal der beste Beweis dafür, dass ein Live-Erlebnis keinen Fernsehabend ersetzen kann. Beim Kulturkreis Nordendorf besteht die nächste Gelegenheit dazu am 22. Oktober, wenn die Well-Brüder aus’m Biermoos die Bretter, die die Welt bedeuten, betreten.

 

Die Wellbrüder- 16.10.2022

So viele Instrumente spielt doch kein Mensch!!!

 

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